DIY,  Rezepte

Apfelessig selber machen

Ist Euch schon einmal aufgefallen, dass es Apfelessig meist nur noch in Plastikflaschen zu kaufen gibt? Mich hat das doch ein wenig verärgert und so gehörte es zu den Dingen, die ich unbedingt einmal ausprobieren wollte. Nämlich Apfelessig selber zu machen. Und das ist einfach, denn er macht sich quasi von selbst.

Was braucht man?

Man braucht hierfür Bioäpfel oder Reste von Bioäpfeln. Solltet Ihr also vorhaben, etwas Leckeres mit Äpfeln backen zu wollen, könnt ihr wunderbar die Apfelschalen und das Kerngehäuse hierfür verwenden. Weiter braucht ihr ein sauberes, keimfreies Glas. Ich spüle das Glas, dass ich verwenden möchte, einmal vorher mit einer heißen Sodalösung aus. Das Glas sollte am besten zwei Liter fassen können.

Apfelessig selber machen

Wie wird der Essig angesetzt?

Nun werden die Äpfel zerkleinert und das Glas zu mindestens einem Drittel damit gefüllt. Dann wird das Glas mit Wasser aufgefüllt. Wer den Gärungsprozess noch ein wenig beschleunigen möchte, kann noch einen Esslöffel Zucker hinzufügen. Dies ist aber nicht wirklich notwendig. Das Glas wird nun mit einem Tuch abgedeckt. Das Tuch befestigt man besser noch mit einem Gummiband, denn Obstfliegen fühlen sich hier magisch angezogen.

Das ganze bleibt nun eine Weile stehen. Täglich sollte man das ganze einmal umrühren, damit sich nicht oben Schimmel bilden kann. Nach ein paar Tagen kann man schon riechen, dass der Gärungsprozess beginnt. Verantwortlich sind hierfür Bakterien. Wenn das Obst beginnt, nach unten zu sinken, also etwa nach 10-14 Tagen, kann man es abgiessen. Man füllt den Essig in ein sauberes Glas und deckt es wieder ab. Nun kann man den Essig für etwa 4-6 Wochen weiter in Ruhe gären lassen. Das kann er jetzt auch im Keller, man muss nicht mehr täglich umrühren. Wenn sich nun zunächst Schlieren bilden, die sich dann in einen glibberigen Block wandeln, ist dies nichts schlimmes. Hier hat sich aus den Bakterien eine sogenannte Essigmutter gebildet. Füllt man den Essig nach etwa 6 Wochen in Flaschen um, kann man die Essigmutter einem neuen Essigansatz zufügen. Dies beschleunigt den Gärungsprozess und man kann in jedem Fall auf die Zugabe von Zucker verzichten.

Pflaumenessig

Das Ganze funktioniert auch wunderbar mit anderen Obstsorten. Ausprobiert habe ich es mit Pflaumen aus dem Garten sowie mit Birnen. Bei der Pflaumenernte habe ich die Pflaumen gleich gewaschen, entkernt und geschnitten. Pflaumen mit kleinen Druckstellen habe ich gleich für Essig aussortiert. Der Essig hat eine wunderbare Farbe bekommen.

Apfel-Birnenessig

Den Apfel-Birnen-Essig habe ich im Fermentierworkshop, über den ich hier berichtet habe, angesetzt. Er duftet ganz wunderbar.

Wofür kann man Essig nutzen?

Man kann hierfür aber auch Erdbeeren, Himbeeren, Weintrauben oder Quitten nutzen. Was auch immer im Garten gerade geerntet wird. In kleine Flaschen abgefüllt, ist solch ein Essig ein tolles Geschenk.

Ich nutze des Essig nicht nur als Salatdressing.

Selbstgemachter Essig eignet sich gut, um den Darm gesund zu erhalten. Ich trinke morgen etwa die Menge eines halben Schnapsglases Essig mit Wasser aufgefüllt.

Er eignet sich auch als Saure Rinse, also als Haarspülung. Hier wird ein Esslöffel Essig mit einem halben Liter kaltem Wasser gemischt und das Haar damit ausgespült. Das hält das Haar gesund und lässt es glänzen.

Manchen Saucen verleiht ein Schuss Essig das gewisse Etwas.

Und selbst zum Putzen eignet sich Essig gut, da er antibakteriell wirkt und Kalk zersetzt.

Für ein wenig guten Duft, lasse ich die Schalen von Zitronen im Essig etwa eine Woche ziehen. Ich ersetze damit den Weichspüler in der Waschmaschine. Diese Lösung kann man auch mit Wasser verdünnt in eine alte Badreinigerflasche mit Sprühaufsatz füllen und als Reiniger benutzen.

Apfelessig selber machen

Ihr seht also, Essig wird hier nicht versauern, sondern wird gut genutzt. Habt Ihr selbst schon welchen angesetzt?

Herzliche Grüße

Steffi

6 Kommentare

  • Tante Mali

    Liebe Steffi,
    das war jetzt wirklich toll. Ich kann mich noch erinnern, dass meine Mutter aus Apfelsaft Essig gemacht hat und sehe die große Essigmutter in der Ballonflasche noch vor mir. Leider ist es ganz in Vergessenheit geraten … aber jetzt wieder da und abgespeichert. Ich liebe Fruchtessig und kaufe ihn immer teuer bei diversen Kleinbetrieben. Das wird sich ändern.
    Lass dich drücken
    und danke für deine lieben Worte
    Elisabeth

    • Frau Pratolina

      Liebe Elisabeth,
      Dann wird es sich für Dich wirklich lohnen, in die Essigproduktion zu gehen. Freut mich, wenn Du hier ein wenig Anregung finden konntest. Vielen Dank fürs Vorbeischauen!
      Liebe Grüße
      Steffi

  • Jeanne

    Liebe Steffi,
    wow!! Toll sieht er aus, dein Apfelessig. Ich hab mal vor einiger Zeit versucht, diesen selbst zu machen, aber das wurde leider total schimmelig. Dank dir, weiß ich jetzt, was ich falsch gemacht hab: Ich hab doch glatt das tägliche Umrühren vergessen, weia!! 😉 Aber beim Lesen des Posts hab ich mir ganz fest vorgenommen, das noch einmal zu probieren. Denn ich verwende auch wie du, den Essig für nahezu ALLES!! Selbst gegen Pickel, unreine Haut, und beim Fasten!! Manchmal braucht es wirklich nur einen kleine virtuellen Schubs aus der Bloggerwelt. Von daher nochmal ein ganz großes DANKE dafür 😉
    Ganz ganz viele liebe Grüße

    Jeanne

    • Frau Pratolina

      Liebe Jeanne,
      Es kann schon sein, dass es schimmelt, wenn man nicht umrührt. Wenn es sich aber um so einen weißen Belag gehandelt hat, kann es sich auch um Kahmhefe handeln. Wenn Du das googelst, wirst Du einige Fotos anschauen können. Die ist unschädlich. Die kann sich später auch noch auf dem Essig bilden.
      Ansonsten probiere einfach nochmal. Wenn Du Fragen hast, melde Dich!
      Liebe Grüße
      Steffi

  • Sigrid

    Ich wusste nicht, dass es so einfach ist, Obstessig zu machen! Das werde ich ganz bestimmt mal ausprobieren. Danke für den lehrreichen Post und liebe Grüße, Sigrid

    • Frau Pratolina

      Liebe Sigrid,
      Schön, wenn es Dich inspiriert hat. Es ist wirklich nicht schwer, Essig zu machen und man kann Reste aus der Küche verwerten- eigentlich gibt es kaum einen Grund, es nicht zu probieren, oder?
      Meld Dich gerne, wenn Fragen offen sind.
      Liebe Grüße
      Steffi

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