Garten

Ein Heim für die Erdhummel

Wie auch bei den Bienen gibt es viele Arten von Hummeln mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Ein Heim für eine Erdhummel ist wie der Name schon sagt in der Erde, während die Baumhummel eben in Bäumen Nester baut. Wie auch für Bienen kann man für Hummeln wunderbare Nisthilfen kaufen, die bodennah aufgestellt werden sollten. Man kann aber auch selbst eine Nisthilfe bauen.

Die Erdhummel

Vielleicht ist Euch die Erdhummel jetzt schon begegnet

Die Erdhummelkönigin überwintert in Erdlöchern oder unter Laub. Sie erwacht früh im Jahr, so etwa ab 2 Grad Celsius und fängt dann an, nach Nektar und nach einer geeigneten Behausung für ihre Brut zu suchen. Sie sucht bodennah. Am liebsten sind ihr unbewohnte Mauselöcher oder Gänge von Maulwürfen. Ich habe bei mir im Garten die Hummel schon fliegen sehen.

Ein Heim für die Erdhummel

Man kann der Erdhummel aus ein paar Sachen, die die meisten Gärtner zu Hause haben, ein einfaches Heim bauen: Es wird ein größerer Tontopf mit Entwässerungsloch, ein wenig Kies und Moos oder Stroh, ein Stock sowie ein Holzbrettchen oder Rinde benötigt. Nun muss man den geeigneten Ort finden. Es sollte in Ort sein, an dem Frühblüher blühen, wie zum Beispiel Krokusse, Schneeglöckchen, Lungenkraut, etc., weil sie die Königin davon angezogen fühlt. Der Platz sollte nicht der prallen Sonne ausgesetzt sein. Die Hummeln bauen Waben aus Wachs, der in der prallen Sonne im Hochsommer schmelzen könnte. Die Hummeln sollten möglichst wenig gestört werden. Daher ist es sinnvoll, eine ruhigere Ecke im Garten zu wählen. Auch bei Hummeln ist die Geduld begrenzt. Kommt man ihrem Nest zu nahe und sie fühlen sich bedroht und greifen sie auch mal an.

Ein Heim für die Erdhummel

Hummeln können stechen

Es wird immer wieder gesagt, dass sie es nicht können. Aber Hummeln können stechen. Sie sind nur wesentlich friedlicher als andere. Wird sie aber zu sehr bedrängt, kann sie sich durchaus wehren. Ein sicheres Zeichen, dass sich eine Hummel bedrängt fühlt: Sie hebt das mittlere Bein. Nun sollte man sie besser in Ruhe lassen. Als nächstes würde sie lauter brummen, sich auf den Rücken legen, dem Angreifer das Hinterteil entgegenstrecken und auch zustechen.- Nun aber wieder zurück zum Hummelheim.

Kies als Drainage

Hat man die richtige Örtlichkeit gefunden, gräbt man ein Loch, das so tief ist, dass der Blumentopf kopfüber hinein passt. Er muss mit Erde bedeckt werden können. Bei allen Arbeiten ist es besser, Gartenhandschuhe zu tragen. Erdhummeln bewohnen nicht gerne ein Heim, dass nach Mensch riecht. Der Boden des Loches wird mit Kies bedeckt, der als Drainage dient, falls es mal feucht wird.

Stroh oder Moos

Darüber kommt das Moos oder das Stroh. Nun wird der Tontopf darüber gestülpt und der Stock in das Entwässerungsloch gesteckt. Der Stock sorgt dafür, dass durch das Loch keine Erde in den Topf gerät, wenn der Topf nun eingegraben wird.

Der Stock verhindert, dass Erde in die Höhle fallen kann.

Ist der Topf mit Erde bedeckt, drückt man sie rund um den Stock fest und zieht dann den Stock vorsichtig heraus. Nun teilt man den Stock und die Stücken links und rechts neben das Loch. Darüber kommt das Stück Holz oder Rinde, damit es nicht in das Nest regnen kann.

Ein Heim für die Erdhummel

Vielleicht habt Ihr Lust, auch ein Heim für die Erdhummel zu bauen? Es lässt sich auch sehr gut mit Kindern umsetzen. Wenn Ihr weitere Projekte für Tiere interessant findet: Hier könnt Ihr sehen, wie mein Insektenhotel aussieht und hier, wie ich eine kleine Totholzhecke gebaut habe.

Herzliche Grüße

Steffi

6 Kommentare

  • carola

    Hallo Steffi,
    bist du bitte so nett und berichtest weiter ob dein bau angenommen wurde?
    ich habe eine Hummelburg von Denk und sie ist sogar mit einem blauem übertopf versehen -angeblich stehen hummeln auf blau 😉 – auch schafwolle ist eingelagert, aber sie wollen nicht rein gehen . . . vor zwei tagen sah ich in der sonne eine dicke hummel unser 20 m langes Sandbeet absuchen . . . andere bienen waren auch schon da, das ist an den kleinen löchern gut zu sehen.

    von der stürmischen schlei winke
    streichler für den strolch
    carola

    • Frau Pratolina

      Liebe Carola,
      Ich hoffe, dass ich nicht schon zu spät dran war. Ein paar Tage lang habe ich eine Königin immer wieder fliegen sehen. Den Bau habe ich in die Nähe des Lungenkrauts gesetzt. Das mögen die Hummeln ja wohl auch. Man kann den Tieren ja immer nur Angebote machen. Sie müssen selbst entscheiden, ob sie bei uns wohnen wollen. Vielleicht sind die Angebote in anderen Gärten auch toll. Ich werde berichten, wenn sich etwas tut. Die Hummelköniginnen brüten tatsächlich und sind dann eine Weile nicht zu sehen. Sie bauen neben die Brut eine Art Honigtopf, um sich und ihre Brut zu ernähren. Wer weiß also, ob nicht schon jemand in Deinem Häuschen wohnt. Hast Du beim Befüllen Handschuhe angehabt? Vielleicht riecht es zu sehr nach Mensch.
      Liebe Grüße und bleib gesund,
      Steffi

  • Wolfgang Nießen

    Liebe Steffi,
    das ist ganz toll, ich wusste nicht, dass man den Hummel auf diese Weise helfen kann. Wir haben hier ziemlich viele Hummeln und einmal haben sie ein Nest im Schuppenhaus gebaut, im Boden des Schuppenhauses. Das war kein Problem, wir haben das Haus ganz normal genutzt und die Hummeln waren immer irgendwo dazwischen.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    • Frau Pratolina

      Lieber Wolfgang,
      Die Hummeln sind zum Glück nicht so aggressiv wie zum Beispiel die Wespen oder Hornissen. Mit Ihnen geht ein Nebeneinander sehr gut. Heute habe ich eine Königin im Garten gesehen. Aber sie hat leider mein Bauwerk verfehlt. Sie hat lieber den Schuppen inspiziert.
      Liebe Grüße
      Steffi

  • Rosi

    das ist ja sehr interessant
    gestern beim Spaziergang habe ich eine Hummel gesehen die Erdlöcher inspiziert hat
    ich habe mir schon gedacht dass es eine Erdhummel ist

    liebe Grüße
    Rosi

    • Frau Pratolina

      Liebe Rosi,
      Ich habe heute auch wieder eine gesehen. Leider hat sie sich mehr für unseren Schuppen interessiert als für mein vorbereitetes Heim.
      Da kann man wohl nichts machen.
      Liebe Grüße
      Steffi

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