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Immunstärkendes Oxymel

Kennt Ihr immunstärkendes Oxymel? Habt Ihr den Begriff Oxymel überhaupt schon einmal gehört? Wenn nicht, solltet Ihr auf jeden Fall weiterlesen. Vorher aber noch ein kleiner Hinweis: Man kann viel für sein Immunsystem tun, um nicht krank zu werden oder den Körper bei leichten Erkrankungen zu unterstützen. Aber solche Massnahmen sind kein Ersatz für einen Arztbesuch oder eine ärztliche Behandlung, wenn man dies benötigt. Hat man bereits Vorerkrankungen, sollte man alles, was man selbst ausprobiert, vorher mit seinem Arzt abstimmen.

Was ist Oxymel?

Ein komisches Wort, nicht wahr? Ich bin im Rahmen meiner Heilkräuterausbildung darauf gestossen, weil ich derzeit natürlich viel darüber lese, wie man Heilkräuter auch im Winter nutzen kann. Hier gibt es neben dem Trocknen von Kräutern verschiedene Möglichkeiten und heute möchte ich Euch eine vorstellen. Der Begriff Oxymel kommt aus dem altgriechischen und bedeutet saurer Honig. Erstmalig schriftlich erwähnt hat ihn Hippokrates, ein Arzt der Antike, der bis heute als „Vater der Heilkunde“ gilt. Auch Hildegard von Bingen hat den sauren Honig in ihren Aufzeichnungen erwähnt.

Oxymel besteht zunächst einmal aus Honig und Essig, wodurch sich der Name schnell erklärt.

Wieso ist Honig gesund?

Hierüber wird immer viel gestritten, aber in der Zwischenzeit gibt es einige Studien, in denen Forscher festgestellt haben, dass Honig entzündungshemmende Enzyme und antioxidative Stoffe enthält. Honig kann auch antiviral wirken, zum Beispiel gegen das Influenza-Virus. Es gibt sehr viele unterschiedliche Honigsorten, in denen auch unterschiedliche Zusammensetzungen vonWirkstoffen festgestellt werden können. Eine besonders heilende Wirkung spricht man dem neuseeländischen Manuka-Honig zu.

Wieso ist Apfelessig gesund?

Wie man Apfelessig ganz einfach selber herstellen kann, habe ich hier gezeigt. Apfelessig wirkt antibakteriell und fungizid, wodurch er sich sehr positiv auf die Darmflora auswirkt. Und eine gesunde Darmflora ist für das Immunsystem von großer Wichtigkeit. Ist die Darmflora gestört, kommt es zum Beispiel zu einer schlechteren Verarbeitung der Nährstoffe, die der Körper benötigt, um gesund zu bleiben.

Honig und Apfelessig werden für ein Oxymel im Verhältnis 3:1 gemischt, also drei Teile Honig, ein Teil Apfelessig.

Immunstärkendes Oxymel
letzte Kräuter aus dem Garten

Ihr merkt es schon, die Mischung aus Honig und Apfelessig hat es schon in sich. Aber nun kommen noch Kräuter hinzu. Hier kann man natürlich seine ganz persönliche Mischung finden. Aber ich möchte Euch heute drei Kräuter vorstellen, die eine positive Wirkung auf unser Immunsystem haben.

Jiaogulan

Es wird auch das Kraut der Unsterblichkeit genannt. Ehrlich gesagt, benimmt es sich im Garten auch so. Daher bleibt es bei mir im Topf, denn es hat sofort versucht, meinen Kräutergarten ohne Rücksicht auf Verluste zu erobern. In China wendet man es seit Jahrhunderten als Heilkraut an. Jiaogulan hat eine ähnliche Wirkung wie Ginseng, der uns wohl geläufiger ist (Ich habe sofort einen sehr eingängigen Werbejingle im Kopf. Wer über 40 ist, weiß vielleicht, welchen ich meine). Die ausgleichende Wirkung des Krauts wirkt positiv bei allen Unter- oder Überfunktionen im Körper, dazu wirkt es kräftigend, immunregulierend, nervenstärkend und durchblutungsfördernd.

Zistrose

Die Zistrose ist ein mediterraner Strauch mit sehr hübschen Blüten. Er gedeiht gut auf sandigen Böden, weshalb ich mir dieses Jahr ein Pflänzchen zugelegt habe. Im Winter braucht es ein wenig Schutz. Das Kraut wirkt sich immunsystemstärkend aus, ist antibakteriell, antiviral, fungizid und entzündungshemmend.

Rosmarin

Der mediterrane Strauch ist nicht nur ein tolles Kraut für die Küche, er hat auch eine Heilwirkung. Rosmarin wirkt durchblutungsfördernd, erwärmend, kreislaufstärkend, verdauungsfördernd und keimhemmend. Hier habe ich ihn Euch schon einmal vorgestellt. Neigt man zu hohem Blutdruck, sollte man mit Rosmarin ein wenig vorsichtig sein. Sonst kann es in der kalten Jahreszeit durchaus sinnvoll sein, ein wenig die Durchblutung und die Verdauung anzukurbeln.

Hast Du diese Kräuter nicht im Garten, so kann man sie auch getrocknet käuflich erwerben. Die Wirkung wird dadurch nicht eingeschränkt. Bei Heilkräutern ist man in einer Apotheke meist gut beraten. Sonst gibt es auch noch andere Kräuter die eine antibakterielle und antivitale Wirkung haben. Zum Beispiel Majoran, Pfefferminze oder die Zitronenmelisse.

Die Kräuter fügt man zu dem Apfelessig-Honiggemisch. Ich habe alles in einem Zerkleinerer vermischt. Durch das Zerkleinern der Kräuter können die Wirkstoffe besser austreten. Diese Mischung habe ich nun in ein Glas abgefüllt und drei Wochen lang jeden Tag einmal geschüttelt. Anschließend wird das Ganze durch ein Tuch abgeseiht. Man hat nun eine Sirupartige Konsistenz. Ein bis zwei Löffel des Oxymels kommen in ein Glas Wasser, je nach Geschmack.

Immunstärkendes Oxymel
Immunstärkendes Oxymel

Noch gibt es ja Kräuter im Garten, also vielleicht habt ihr ja Lust, dies mal auszuprobieren. Da bei dieser Methode kein Alkohol verwendet wird, können auch Kinder ab einem Jahr hiervon profitieren. Und geschmacklich ist es einer selbstgemachten Limonade ähnlich.

Was kann man sonst für ein starkes Immunsystem tun?

Mal abgesehen von den derzeitigen Empfehlungen wie Maske tragen und Kontakte weitestgehend zu reduzieren, ist das richtige Hände waschen sehr wichtig. Hierbei müssen die Hände mindestens 20 Sekunden lang eingeseift werden, da nur dann die Seifenstoffe Krankheitserreger binden können, vorher nicht.

Das regelmäßige Lüften ist nun nicht nur in den Schulen wichtig. Auch zu Hause sorgt der Luftaustausch dafür, Schimmelsporen und Krankheitskeimen vorzubeugen und die Schleimhäute zu befeuchten.

Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, möglichst bei Sonnenschein, sorgt für mehr Vitamin D, Sauerstoff und eine bessere Durchblutung. Ich persönlich finde ja gerade jetzt die Gartenarbeit gut, vor allem bei Sonnenschein.

Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Energie- und Nährstoffversorgung und stärkt das Verdauungssystem. Wichtig ist auch das ausreichende Trinken, am besten stilles Wasser. Gifte wie Alkohol oder Nikotin sollte man möglichst meiden.

Nicht unterschätzen darf man die Auswirkungen von Stress auf das Immunsystem. Hier können Methoden wie autogenes Training oder ähnliches gut helfen. Wenn Du merkst, dass Du akut gestresst bist, kontrolliere doch mal für ein bis zwei Minuten Deine Atmung: Zähle beim Einatmen bis vier, halte die Luft an und zähle bis vier, zahle beim Ausatmen bis vier und wiederhole das bis Du ruhiger wirst. Mir hilft diese Methode vor allem, wenn ich die Maske tragen muss und das Gefühl habe, nicht genug Luft zu bekommen. So schaffe ich es, trotz Asthma Maske zu tragen.

Wechselduschen, Sauna und Kneipptherapie unterstützen das Immunsystem ebenfalls sehr.

Bleibt gesund!

Herzliche Grüße

Steffi

2 Kommentare

  • Cornelia

    Liebe Steffi,
    ein ganz toller Artikel, danke, dass du dieses Rezept mit uns teilst, da ich sowieso morgen zur Apotheke fahre, werde ich gleich nach den Kräutern fragen, das eine Kraut kenne ich gar nicht, hört sich aber gut an, ich schwöre auch auf solche Rezepte.
    Bleib gesund und sei lieb gegrüßt von Cornelia

    • Frau Pratolina

      Liebe Cornelia,
      Kanntest Du das Jiaogulan nicht? Wenn Du es in der Apotheke nicht bekommst, schau mal in der Gärtnerei. Ich habe es tatsächlich dort in der Kräuterabteilung gekauft.
      Ich freu mich, dass Dir der Artikel gefällt, vielen Dank!
      Liebe Grüße und bleib gesund!
      Steffi

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