Garten,  Gartenkolumne

Man kann Pläne machen, wie man möchte

Man kann Pläne machen, wie man möchte. Wenn das Wetter nicht mitmacht, muss alles wieder neu geplant werden. Das Gartenjahr beginne ich immer im Januar mit der Planung. Und ich versuche, mich einzuschränken, denn ich möchte weder den Gatten noch mich in den Gartenburnout schicken. Bei einer Tasse Tee mache ich ein Brainstorming und suche mir dann die drei Punkte heraus, die mir am wichtigsten erscheinen.

Punkt 1

Da es im Februar noch schneite, habe ich die Hochbeetaufarbeitung einfach schonmal um ein Jahr verschoben- erleichtertes Aufatmen des Gatten. Das war der erste Punkt auf meiner Liste.

Man kann Pläne machen, wie man möchte
Die Hochbeete

Punkt 2

Der zweite Punkt war der Umbau unseres Geheges. Das wurde bis vor zwei Jahren von Frieda, unserem geretteten Kaninchen, bewohnt. Nun haben dort die letzten zwei Winter Igel überwintert, die gepäppelt werden mussten. Jetzt soll es ein Gehege für Wachteln werden. Aber die Igel schlafen noch und dürfen erst ausgewildert werden, wenn nachts durchgehend acht Grad sind, denn erst dann finden sie auch Nahrung. Das sieht jetzt erstmal noch nicht danach aus. Wenn wir also erst im Mai mit dem Umbau beginnen, ist es vielleicht schon Sommer. Hitze und einen Umzug würde ich Tieren jetzt nicht unbedingt zusammen zumuten wollen. Daher habe ich entschieden, das Gehege nach und nach umzubauen und im laufenden Jahr erstmal zu testen, wie Regen- und Schneesicher es ist. Die Wachteln kommen dann halt ein Jahr später- der Gatte war zufrieden und hofft insgeheim, dass ich das ganze Vorhaben aufgebe.

Man kann Pläne machen, wie man möchte
Das Gehege

Punkt 3

Der dritte Punkt war das Entfernen unseres Kirschlorbeer. Unsere Vorbesitzer haben ihn gepflanzt und mir ist er seit Jahren ein Dorn im Auge. Mal abgesehen davon, dass er als invasiver Neophyt eingestuft ist, hat er auch einen unbändigen Wuchs und sah neben dem direkt daneben gesetzten formschönen Rhododendron immer aus wie der zu groß gewachsene, etwas holzige Bruder. Ich habe es mit Schnitt versucht, aber je mehr er beschnitten wird, desto extremer schlägt er wieder aus. Ich habe versucht, das Holz zu Schreddern und als Mulch für die Wege rund um die Hochbeete zu nutzen, was dazu führte, dass zwischen den Hochbeeten im letzten Herbst leuchtend orangene Pilze wuchsen, die das Gehen zwischen den Hochbeeten nach kurzer Zeit zu einer glitschigen, unappetitlichen Angelegenheit machte. Nun habe ich ihn im Februar kurzerhand bodennah heruntergeschnitten und die Wurzel abgedeckt. Da der Rhododendron nun auch nicht mehr formschön aussah, habe ich ihn auch heruntergeschnitten. Leider ist die Thujahecke unseres Nachbarn dahinter an dieser Stelle nicht mehr blickdicht, da der Kirschlorbeer auch dort alles zu verdängen versuchte. Also versuchen wir nun nach und nach die Wurzeln auszugraben- ein unerwartet anstrengendes Unternehmen. Dann werden wir die Sichtschutzwand um ein Element erweitern. Da es die Sichtschutzwände, die dort schon stehen, so nicht mehr gibt, müssen wir die anderen drei auch ersetzen, damit es auch gut aussieht. Da ist das Herausnehmen des Kirschlorbeer doch ein unerwartet teures Unterfangen geworden und ich bin froh, dass ich die Hochbeetaufarbeitung verschoben habe und auch das Gehege später umgebaut wird. Dass es aber auch immer wieder zu solchen Kettenreaktionen bei Gartenprojekten kommen muss….

Man kann Pläne machen, wie man möchte
Die Wurzel des Kirschlorbeer

Dem Gatten wäre es vermutlich recht, wenn ich einfach aufhören würde, im Januar Pläne zu schmieden. Aber der Januar ist nun mal dazu da, oder ? Was macht der Gärtner denn sonst im Januar? Ich denke, ich werde das in jedem Fall beibehalten, denn so mancher Plan ist tatsächlich umgesetzt worden in den letzten Jahren und wir waren beide immer zufrieden mit dem Ergebnis. Und dass Pläne auch mal umgeworfen oder verändert werden, zeigt letztlich nur unser hohes Mass an Flexibilität.

Habt Ihr denn Eure Gartenpläne schon umgesetzt? Schreibt es gerne in die Kommentare.

 

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