Nachhaltigkeit

Auf dem Weg zur Capsule Wardrobe

Werbung, unbezahlt

Im letzten Jahr habe ich angefangen, meinen Kleiderschrank zu überarbeiten und zwischenzeitlich befinde ich mich auf dem Weg zu einer Capsule Wardrobe. Wenn Ihr nochmal schauen wollt, wie es angefangen hat, könnt ihr meinen Blogartikel „Neue Impulse für meinen Kleiderschrank“ lesen.

Warum beschäftige ich mich mit meinem Kleiderschrank?

Früher gehörte ich zu denen, die vor einem vollen Kleiderschrank standen und nie etwas zum Anziehen hatten. Ich konnte alle halbe Jahre locker eine Tüte Klamotten aussortieren, die ich fast nie getragen habe. Wie von allein füllte sich der Schrank erneut mit Klamotten. Im letzten Jahr habe ich mir verordnet, mich mal intensiv mit meinem Konsum zu beschäftigen. Und siehe da, der Weg führte mich geradewegs zu meinem Kleiderschrank. Denn neben einer gewissen Schwäche für Bücher und Pflanzen ist mein größter Schwachpunkt das Klamotten shoppen.

Auf dem Weg zur Capsule Wardrobe

Warum habe ich nichts zum Anziehen, wenn der Schrank voll ist?

Dies war die erste Frage, die ich mir gestellt habe. Ich stellte fest, dass ich zwar viele Sachen habe, diese auch so ganz schick waren, aber oft nicht miteinander kombinierbar waren. Viele Farben passten nicht wirklich zu mir. Das habe ich immer erst gemerkt, wenn ich die Sachen nicht wirklich getragen habe. Sie lassen einen blass oder krank aussehen, also trägt man sie nicht. Der nächste Punkt ist, dass ich aufgrund meiner schlanken Figur große Schwierigkeiten habe, passende Klamotten zu finden. Vieles war mir zu groß oder nicht passend für meine Figur.

Ich bin völlig falsch einkaufen gegangen

Diese Erkenntnis hat mich echt getroffen. Aber sie stimmt. Ich bin immer emotional einkaufen gegangen, habe mich inspirieren lassen von meiner Stimmung, Schaufensterpuppen, von Werbung und ein wenig vom Diktat der Modewelt. Das Ganze hat aber wenig mit mir zu tun.

Auf dem Weg zur Capsule Wardrobe

Was habe ich verändert?

Zunächst habe ich mich damit beschäftig, was mir für Farben stehen und was ich für einen Figurtyp habe. Danach habe ich sehr viel aussortiert. Im letzten Jahr war damit mein Kleiderschrank sehr reduziert und so richtig zufrieden war ich damit auch nicht. Aus diesem Grund habe ich im Herbst den Kurs „Der Weg zu Deinem Traum-Kleiderschrank“ von Laura Hertel mitgemacht.

In diesem Kurs habe ich gelernt, was ich selbst mag. Hier zu habe ich eine Pinnwand bei Pinterest erstellt. Ich habe mich über meinen Kleiderschrank hergemacht und alle Sommerteile wegsortiert, so dass die Sachen, die ich im Herbst/ Winter trage, im Vordergrund stehen. Nun habe ich mögliche Kombinationen erarbeitet und festgestellt, was mir fehlt. Das Einkaufen war tatsächlich am Schwierigsten, denn im letzten Herbst dominierte unter anderem die Farbe senfgelb, also eher wärmere Farbtöne, die mir leider in keinster Weise stehen. Letztlich musste ich online shoppen, was ich bei Kleidung eigentlich gar nicht gerne mache. Aber ich hatte Glück. Alles passte auf Anhieb, nichts musste zurück geschickt werden. Das hatte sicher auch etwas damit zu tun, dass ich nicht so sehr darauf geachtet habe, wie es am Model aussieht, sondern ob die Form des Kleidungsstückes und die Farbe zu mir und meinem Konzept passt.

Warum dieser ganze Aufwand?

Tatsächlich hat es mich Zeit gekostet, mich so intensiv mit meinem Kleiderschrank auseinander zu setzen. Allerdings hat sich der tägliche Zeitaufwand verringert. Ich sitze nicht mehr morgens vor dem Schrank und weiß nicht, was ich anziehen soll. Mein Kleiderschrank ist reduziert. Seit unserem Umzug habe ich für meine Kleidung eine halbe Kleiderstange und fünf Schubfächer. Bis auf Jacken und Schuhe muss ich hier alles unterbringen. Da ist es also besser, nichts mehr so viel Kleidungsstücke zu besitzen. Einkaufen mache ich jetzt nach Budget und Plan. Ich schaue genau, was ich brauche und kaufe gezielt ein. Meine Sachen werden nun alle getragen, was nachhaltiger ist, als alle halbe Jahre ungetragene Sachen auszusortieren. Aussortieren werde ich jetzt nur ein paar T-Shirts, die löchrig und fleckig sind.

Auf dem Weg zur Capsule Wardrobe

Was bedeutet nun Capsule Wardrobe?

Der Begriff „Capsule Wardrobe“ wurde von der Engländerin Suzie Faux in den 1970ern geprägt, die in London eine Boutique führte. Sie empfahl eine Basisgarderobe in wenigen Grundfarben, die mit ein paar Stücken aus der aktuellen Mode ergänzt wird. So muss man sich nicht zu jeder Saison komplett neu einkleiden, manchmal reicht auch die Ergänzung eines Accessoires, um trotzdem modisch zu sein. Wichtig ist hierbei, dass möglichst alle Teile miteinander kombinierbar sind. Aus wie viel Teilen die Capsule Wardrobe nun bestehen sollte, wird unterschiedlich gesehen. Meist sind es zwischen 30 und 40 Teilen. Ich denke, dass hängt auch vom persönlichen Wohlfühlgefühl ab. Das Prinzip Capsule Wardrobe finde ich toll. Und der Kurs hat mich auf dem Weg zur Capsule Wardrobe ein gutes Stück weitergebracht.

Wollt Ihr auch etwas an Eurer Garderobe verändern? Nächste Woche beginnt wieder Lauras Kurs „Der Weg zu Deinem Traumkleiderschrank“. Ich werde noch einmal mit dabei sein. Vielleicht treffen wir uns in der Facebookgruppe zum Kurs?

Herzliche Grüße

Steffi

8 Kommentare

  • Karen Heyer

    Liebe Steffi,
    danke für den hilfreichen und tollen Beitrag! Solch einen Kurs sollte ich mir mal verordnen. Ich kaufe inzwischen nur noch ganz wenig Kleidungsstücke und wenn dann nur, weil ein altes Teil nicht mehr tragbar ist. Leider kaufe ich planlos und wundere mich dann, das ich schon wieder ein Teil in der Grundfarbe blau oder grau erworben habe. Heute morgen stehe ich vor dem Hosenschrank (ja, wir haben blöderweise viel zu viel Schrankfläche) und frage mich, ob ich wirklich 5 Hosen von hellsandfarben bis runter gestaffelt zu dunkelbraun haben muss. Anziehen tue ich doch immer nur wieder die gleichen Modelle/ Farben. Ich werde mich mal näher mit dem Thema befassen, danke für den Anstoß.
    Liebe Grüße
    Karen

    • Frau Pratolina

      Liebe Karen,
      Wenn Du nicht gleich den Kurs machen möchtest, kannst du über ein Newsletter Abonnement bei Laura ein Workbook zur Capsule Wardrobe erhalten. Das ist auch sehr informativ.
      Es freut mich, wenn ich Dir einen Denkanstoß geben konnte. Ich bin mir ja sicher, dass viele Frauen ähnliche Probleme haben.
      Hab einen schönen Abend!
      Liebe Grüße
      Steffi

  • Laura

    Ach schön, ich freue mich sehr, dass der Kurs für dich so viel bewegt hat. Das klingt wirklich, als hat sich bei dir in dieser Hinsicht viel geändert. Klasse! Danke für dein Feedback!

    • Frau Pratolina

      Liebe Laura,
      Ich empfehle nur Sachen, die ich wirklich überzeugend finde. Der Kurs war das, was mir im Herbst tatsächlich fehlte und Du warst genau zum richtigen Zeitpunkt da. Ich bin bis heute darüber froh, mich dafür entschieden zu haben.
      Liebe Grüße
      Steffi

  • Jeanne

    Liebe Steffi,
    WOW, da hast du aber richtig viel Zeit investiert, die sich aber allemal gelohnt hat. Wie du ja weißt, hab ich seit 3 Jahren reduziert und bin meinem endgültigen Ziel schon sehr nahe (Habe noch 2 Farben, die leider nicht zusammenpassen, die ich aber gerne trage; nur leider kann ich mich einfach noch nicht entscheiden, welche gehen muss 😉
    So ein Capsule-Wardrobe ist für mich wie ein „Harry-Potter-Schrankkoffer“. Er hat schon fast etwas „magisches“ an sich: Je weniger Sachen frau hat, desto mehr hat sie auf einmal zum Anziehen. Ich stand, wie du vor einem vollen Schrank und hatte NICHTS zum Anziehen. Heute genügt ein Sekundenblick in den übersichtlichen Schrank und ich weiß sofort, was ich tragen werde. Das ist doch total verrückt und unlogisch aber sooo schön. Das Leben wird dadurch viel leichter und einfacher. Ganz zu Schweigen von der Zeit, die eingespart wird. Geht es dir auch so?
    Der Inhalt deines Schrankes ist übrigens fast identisch mit meinem 😉 *grins*
    Weiterhin viel Spaß mit deiner Capsule-Wardrobe
    Viele liebe Grüße

    Jeanne

    • Frau Pratolina

      Liebe Jeanne,
      Ich fühle mich sehr erleichtert und wenn auch noch nicht alles perfekt ist, ist alles auf einem guten Wege. Es ist ein Prozeß und die Zeit, die ich darin investiert habe, spare ich jetzt jeden Morgen wieder ein. Bei mir ist es eher so, dass ich mich nach wie vor an weitere Farben herantaste und jetzt erst einmal eine dazu genommen habe. Das darf auch langsam wachsen.
      Liebe Grüße
      Steffi

  • Sigrid Prenner

    Liebe Steffi, Kompliment, dass du das so konsequent umsetzt!
    Ich hatte während der Schwangerschaften so eine quasi-Capsule-Wardrobe!!! Vor den Kindern hatte ich eine gute Figur und viele Kleider, Röcke und Blusen, das meiste sehr figurbetont. Da ich in diese Klamotten sehr bald nicht mehr reinpasste, musste (konnte!) ich mir Umstandskleidung kaufen. Und plötzlich gab es keinen morgendlichen „Was-zieh-ich-heute-an-Stress“ mehr! Denn ich hatte wenige Stücke, die aber alle perfekt zusammengepasst haben!
    Ich freute mich natürlich auch wieder auf die große Auswahl von früher, aber … der Großteil meiner alten Garderobe passt mir nicht mehr, noch nicht oder nie mehr?! Ich bin überhaupt nicht bereit, Sachen auszusortieren, also loszulassen, zu groß ist noch die Hoffnung, sie wieder tragen zu können. Inzwischen hab ich mir neue Klamotten gekauft, vieles davon zwangsweise und im Ausverkauf, einfach nur, dass ich halt was anzuziehen habe. Richtig glücklich bin ich damit nicht!
    Meine Kleine ist jetzt 18 Monate, ich habe abgestillt, der Frühling steht vor der Tür, wer weiß, vielleicht schaff ich es ja, ein paar Kilos zu verlieren. In einem Jahr werde ich wieder arbeiten, spätestens dann möchte ich wieder schicke, passende Kleidung haben, in der ich mich wohlfühle. Vorerst tuts noch der Spielplatz-Schlabberlook!!
    Liebe Grüße, Sigrid

    • Frau Pratolina

      Liebe Sigrid,
      Stimmt, diese Erfahrung habe ich in der Schwangerschaft auch gemacht. Ich musste mir auch ziemlich zügig die ersten Sachen kaufen und habe auch nicht viel gekauft. Daher hatte ich in dieser Zeit eigentlich auch schon eine Capsule Wardrobe.
      Du wirst sicher in Deine alten Sachen wieder reinpassen, wenn Du Dir ausreichend Zeit dafür gibst. Und sonst gibt es ja immer noch die Möglichkeit, erst einmal mit wenigen Sachen anzufangen und eine neu schöne Garderobe aufzubauen.
      Liebe Grüße
      Steffi

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