Garten

Der Marienkäfer- Allrounder der Schädlingsbekämpfung.

Hattet Ihr dieses Jahr auch solche Massen an Blattläusen?
In meinem Garten waren sie fast überall. Die Bohnen sahen schlimm aus, die Blätter der Obstbäume begannen sich zu kräuseln, alles klebte. Es war nicht schön.
Aber vor etwa drei Wochen ist die Schädlingsbekämpfungstruppe angekommen.
Ein Glück!
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In Europa gibt es etwa 250 verschiedene Arten von Marienkäfern. Sie variieren in Punktzahl und Farbe. Der ganz klassische, den wir alle als Glücksbringer kennen, ist der rote Siebenpunktmarienkäfer.
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Bis zu zwei Generationen Nachkommen zeugt der Marienkäfer im Jahr.
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Das Weibchen legt das erste Mal ab Ende April mehrere Hundert Eier in Grüppchen unter Blättern ab. Nach ein paar Tagen schon schlüpfen dann die Marienkäferlarven.
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Als Larve lebt der Marienkäfer etwa sechs Wochen.
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In dieser Zeit durchlebt die Larve verschiedene Entwicklungsstadien und verpuppt sich schließlich Kopfunter an Blättern hängend. Etwa zwei Wochen später schlüpft dann der fertige Käfer.
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Eine Marienkäferlarve frisst in ihrer Lebenszeit bis zu 3000 Pflanzenläuse und Spinnmilben, aber auch Mehltau und Schimmelpilze.
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Der adulte Käfer frisst außerdem Schildläuse, Wanzen, Larven von Käfern und Blattwespen, Schmetterlingsraupen, Pollen und Nektar.
Es lohnt sich also, diesen Allrounder der Schädlingsbekämpfung im Garten zu haben, denn das spart Zeit, Geld und Nerven.

Wie gestaltet man den Garten Marienkäferfreundlich?

Hier ist naturnahes Gärtnern gefragt. Man sollte keinerlei Gifte im Garten spritzen. Das ist sicher nicht immer einfach. Ich selbst spritze keine Insektizide, habe aber meine durch Läuse stark geschwächten Puffbohnen mit Rhabarberbrühe eingesprüht. Nur einen Tag später sah ich die ersten Marienkäferlarven und habe darauf verzichtet, ein zweites Mal zu sprühen. Jetzt sind die Bohnen läusefrei und tragen sogar. Das hätte ich schon gar nicht mehr geglaubt.
Man muss es also aushalten, dass die Läuse da sind und die Pflanzen vielleicht schwächeln.
Lieber abwarten und Tee trinken als ein Insektizid spritzen.
Sie werden schon kommen. Und sie bringen ordentlich Hunger mit.
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Der Marienkäfer überwintert gerne in Gruppen. Hierfür sucht er Laub, Rinde, Steine oder Moos aus. Gerne nimmt er auch Ritzen in Schuppen oder am Haus.
In unserer alten Wohnung konnten wir zum Beispiel in jedem Frühjahr diverse Marienkäfer aus der Gardinenstange im Kinderzimmer schütteln. Der Altbau wies ausreichend Lücken auf. Vielleicht mochten sie die Dauerbeschallung mit Hörspielen im Winterschlaf.
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In meinem Garten scheinen sie den alten Kirschbaum und den Schuppen zu lieben.
Dort finde ich auch die meisten Larven.
Das Laub harke ich im Herbst immer nur vom Rasen und verteile es in den Beeten. Das bietet einigen Tieren im Winter Unterschlupf und schützt den Boden.
Vor zu vielen Marienkäfern habe ich übrigens keine Angst, denn die Natur wird es richten. Es gibt ausreichend hungrige Jungvögel.
Herzliche Grüße
Steffi

19 Kommentare

  • Schwabenfrau

    Die sind zur Zeit auch überall und mich freut das sehr.
    Dieser asiatische Marienkäfer in Gelb verdrängt sie ja angeblich.
    Gestern bin ich einen Schwarm von Distelfaltern geraten.
    Es war toll, leider hatte ich aber keinen Foto dabei, ich hole das aber nach.

    Hab einen schönen Tag und genieße ihn, das Wetter wird etwas schlechter.
    Lieben Gruß Eva

    • Frau Pratolina

      Liebe Eva,
      Ich hatte auch immer nur welche im Garten, wenn ich gerade keine Kamera zur Hand hatte- mögen wohl keine Fotos.
      Schlechter bedeutet bei uns um die 24 Grad in den nächsten Tagen, da freue ich mich drauf, wenn ich ehrlich bin.
      Liebe Grüße
      Steffi

  • Anke

    Liebe Steffi,

    ich freue mich auch über jeden Marienkäfer und Gift kommt bei mir auch nicht in den Garten, auf die Aktionen der Nachbarn kann ich leider keinen Einfluss nehmen.

    Ich bin auch der Meinung, dass sich die Schädlinge in Grenzen halten, wenn das "Gleichgewicht" stimmt.

    Sommerliche Grüße
    von Anke

    • Frau Pratolina

      Liebe Anke,
      Mein Nachbar wollte auch schon spritzen, allerdings habe ich erfolgreich Marienkäferlarven angepriesen und siehe da, auch sie konnten verzichten.
      Die meisten wissen gar nicht, wen sie da vor sich haben, wenn sie so eine Larve zu Gesicht bekommen.
      Liebe Grüße
      Steffi

  • niwibo

    Ich wäre schon froh, wenn wir einen Marienkäfer im Garten hätten.
    Dieses Jahr haben wir wirklich Null, und ich spritze nicht und irgendwo könnten sie auch überwintern…. Hörspiele gibt es auch gratis dazu.
    Aber nix. Obwohl, Blattläuse habe ich auch nicht.
    Ob es daran liegt?
    Dann kümmere Dich mal um die kleinen Glücksbringer, lieben Gruß
    Nicole

  • bergblumengarten

    Zu viele Marienkäfer kann es wirklich nicht geben…;-) Ich freue mich auch über jeden den ich sehe. Jetzt im dritten Jahr hier im neuen Garten sind sie endlich wieder da. Dafür mussten erstmal ordentlich Pflanzen wachsen und auch Läuse bekommen.
    Bei mir lieben sie immer die großen Blätter des Frauenmantels. Ein idealer Überwinterungsplatz.
    LG Sigrun

  • kleiner-staudengarten

    Liebe Steffi,
    welche eine schöne Hommage an den Marienkäfer, danke für die tollen Erfahrungen aus deinem Garten.
    Hier sind sie dieses Jahr eher selten…fällt mir grad erst so richtig auf, dabei hätte ich genügend Blattläuse zu bieten. 😉
    Lieben Gruß und hab ein schönes Wochenende, Marita

    • Frau Pratolina

      Es müssen ja gar nicht so viele Käfer sein. Hauptsache, sie legen ihre Eier. Die Larven sind am Anfang so klein, dass man sie kaum sieht. Vielleicht kommen sie ja noch.
      Liebe Grüße
      Steffi

  • Websigrid

    Ich liebe Marienkäfer! Danke für diesen schönen Beitrag. Leider haben wir wenige bei uns im Garten, trotz Blattläusen! Dafür haben wir neuerdings Ohrenzwicker (Ohrwürmer) und allerlei Heuschrecken!
    Liebe Grüße, Sigrid

  • Margit

    Blattläuse hatte ich eigentlich nur an einem Strauch. Ich bin da aber immer ganz gechillt… meist verschwinden sie so schnell, wie sie gekommen sind. Umgedrehte Tontöpfe mit Stroh gefüllt hängen bei mir in vielen Sträuchern. Ich weiß nicht, ob sich darin Ohrwürmer halten, auf jeden Fall hält sich die Blattlausplage immer in Grenzen. Ich will es aber nicht verschreien!
    Viele Grüße von
    Margit

  • Jeanne

    Liebe Steffi,
    ich freue mich über jede einzelne Blattlaus im Garten, weil ich weiß,dass kurz danach die Maikäfertruppe erscheint. In unserem Garten wimmelt es so dermaßen davon, dass ich noch extra "Blattlausanfällige Pflanzen" ausgesät habe, wie z.B. Kapuzinerkresse etc….Wir bekommen die fast nicht mehr satt *grins* Doch durch die vielen Insekten haben wir auch wieder vermehrt Vögel und vor allem ENDLICH wieder Amseln im Garten. Die letzten Jahre war es erschreckend ruhig, was das betrifft.
    Wünsche dir noch viel Spaß und viel Erfolg mit den gepunkteten Helfern.
    Viele liebe Grüße

    Jeanne

  • Jeanne

    P.S. Was lange währt. Ich hab es eeeeendlich geschafft!! Schau mal bitte auf meinem Blog vorbei 😉
    Sorry nochmal, ich kann mich nur in aller Form entschuldigen, dass es so lange gedauert hat!…

  • Wolfgang Nießen

    Liebe Steffi,
    das ist ein sehr schöner Post. Danke für all die Infos. Blattläuse hatten wir auch sehr viele, allerdings habe ich den Marienkäfer nicht bewusst wahr genommen, hier bei uns im Garten.
    Ich wünsche Dir nochmals einen schönen Sonntag.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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